Die „Brüderbewegung“

Historisch steht unsere Gemeinde in der Tradition der „Brüderbewegung“, einer im 19. Jahrhundert in Irland und England entstandenen Aufbruchs- und Erweckungsbewegung, für die folgende Grundsätze und Merkmale charakteristisch sind:
  • Einfachheit: Wir orientieren uns an den schlichten Gemeindestrukturen des Neuen Testaments. Deshalb tragen wir keinen besonderen konfessionellen Namen, der uns von Gemeinden mit anderen Namen abgrenzen würde, und kennen keine formelle Mitgliedschaft.
  • Selbständigkeit und Einheit: Unsere Gemeinde ist insofern selbständig, als sie keiner überregionalen, nationalen oder internationalen Kirche, Freikirche oder Organisation angeschlossen ist. Wir pflegen aber freundschaftliche Kontakte und Austausch mit ähnlich ausgerichteten Gemeinden an anderen Orten und fühlen uns mit allen wiedergeborenen Christen verbunden.
  • Allgemeines Priestertum: Wir unterscheiden nicht zwischen „Geistlichen“ und „Laien“, sondern jeder Gläubige darf entsprechend den Gaben, die er von Gott erhalten hat, zum Gemeindeleben beitragen. Für keinen der Dienste in der Gemeinde ist eine besondere Ausbildung oder formelle Anstellung erforderlich.
  • Spontaneität: Wir vertrauen darauf, dass der Heilige Geist unsere Zusammenkünfte leitet. Daher wird der Ablauf in der Regel nicht im Voraus geplant, sondern er ergibt sich aus spontanen Gebeten, Liedvorschlägen, Bibellesungen, Wort- und Predigtbeiträgen. Gemäß dem Neuen Testament ist das Reden in den Zusammenkünften den Brüdern vorbehalten.
  • Bruderschaftliche Leitung: Eine Gruppe von Brüdern, die sich für die Gemeinde verantwortlich fühlen, übt eine gewisse Leitungsfunktion aus. Sie stehen jedoch nicht über der Gemeinde, sondern mitten in ihr und legen wichtige Entscheidungen der gesamten Gemeinde zur Prüfung vor.
  • Gläubigentaufe: Die Taufe verstehen wir als persönlichen Bekenntnis- und Gehorsamsakt nach der Bekehrung und praktizieren sie durch Untertauchen. Sie ist für uns kein Sakrament. Gläubige, die als Kinder in einer christlichen Kirche getauft wurden und diese Taufe als gültig anerkennen, müssen sich nicht wiedertaufen lassen.
  • Hochschätzung des Brotbrechens: Das Brotbrechen (Mahl des Herrn, Abendmahl) spielt in der Gemeinde eine zentrale Rolle. Wir feiern es nach dem Vorbild des Neuen Testaments jeden Sonntag und umrahmen es durch Gebete, Lieder und Schriftlesungen zur Ehre Gottes.
  • Offenheit für Besucher: Zu allen Zusammenkünften sind Gäste herzlich willkommen. Am Mahl des Herrn dürfen sie teilnehmen, wenn sie bekennen, dass Jesus Christus ihr Retter und Herr ist und dass sie nicht in einer moralischen oder lehrmäßigen Sünde leben, die nach dem Neuen Testament von der Gemeinschaft ausschließt.
  • Bibeltreue: Die Heilige Schrift gilt uns als höchste Autorität für Lehre und Leben des Einzelnen und der Gemeinde. Alle Auslegungen, Meinungen und Erfahrungen müssen sich an ihrem Maßstab prüfen lassen.
  • Heilsgeschichtliche Bibelauslegung: Wir sind überzeugt, dass Gott im Laufe der Geschichte auf verschiedene Weise mit den Menschen umgegangen ist. Insbesondere sehen wir das alttestamentliche Volk Israel und die neutestamentliche Gemeinde als unterschiedliche Personengruppen, für die unterschiedliche Aussagen der Bibel gelten.
  • Stellung und Zustand des Gläubigen: Wir unterscheiden zwischen der vollkommenen, unverlierbaren Stellung des Gläubigen in Christus und seinem oft noch unvollkommenen praktischen Zustand. Das christliche Leben soll durch ständiges Wachstum in der Erkenntnis und der Nachfolge Jesu Christi gekennzeichnet sein.
  • Naherwartung: Wir erwarten die baldige Wiederkunft des Herrn Jesus zur Auferweckung der verstorbenen und zur Entrückung der lebenden Gläubigen.